Im Rahmen eines schulischen Projekts entstand an der Walter-Gropius-Schule eine Sitzbank, die handwerkliche Ausbildung mit einer klaren gesellschaftlichen Aussage verbindet. Anlass für die Umsetzung war die Teilnahme am Wettbewerb „Die Gelbe Hand“, der Auszubildende und Berufsschüler*innen dazu aufruft, kreative Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie für ein solidarisches Miteinander zu setzen.
Die entworfene Bank greift diese Idee gestalterisch auf. Ein bewusst freigelassener Abschnitt der Sitzfläche bildet das zentrale Element des Entwurfs. Der fehlende Platz symbolisiert, dass Rassismus keinen Raum in unserer Gesellschaft haben darf. Verstärkt wird die Aussage durch die Rückenlehne, in die der Schriftzug „Kein Platz für Rassismus“ eingefräst ist. Gestaltung und Botschaft greifen dabei unmittelbar ineinander.
Die Ideenentwicklung erfolgte zunächst im Klassenverband. Auf Grundlage der entstandenen Entwürfe wurde anschließend das CNC-Programm eigenständig erstellt und auf der schuleigenen CNC-Maschine umgesetzt. In einem Arbeitsgang wurden sowohl die einzelnen Bauteile als auch der Schriftzug in die Rückenlehne gefräst. Nach der maschinellen Bearbeitung folgten Montagearbeiten sowie die Oberflächenbehandlung der Bauteile.
Bei der Materialwahl griffen die Beteiligten auf Kenntnisse aus der Tischler*innenausbildung zurück. Für die Bankbeine kamen Siebdruckplatten zum Einsatz, die sich durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit und Witterungsbeständigkeit besonders für den Einsatz im Außenbereich eignen. Die Konstruktion wurde bewusst robust und langlebig ausgelegt, um eine langfristige Nutzung zu ermöglichen.
Die fertige Bank ist heute gut sichtbar auf dem Schulgelände platziert. Sie wird täglich von Schüler*innen, Lehrkräften und Besuchenden genutzt und erfüllt damit sowohl eine praktische als auch eine symbolische Funktion. Sie lädt zum Verweilen ein und vermittelt zugleich eine klare Haltung.
Als Teil des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage verbindet die Walter-Gropius-Schule mit diesem Projekt handwerkliche Ausbildung und gesellschaftliche Verantwortung. Die Bank steht im Schulalltag für Vielfalt, gegenseitige Achtung und ein deutliches „Nein“ zu Diskriminierung – und zeigt, wie handwerkliche Projekte auch über die Werkstatt hinaus Wirkung entfalten können.







